2.2. Sprachdidaktik - DaF und DaZ





Wie alles beginnt bzw. wie alles begonnen hat, ist eine fundamentale Frage, die sich ebenfalls für die Untersuchung der Sprache stellt. In Lehre und Forschung gehe ich dieser Frage bereits seit dem Jahr 1992 aufmerksam nach. 

Lange bevor Begriffe wie "Deutsch als Zweitsprache", "sprachsensibler Fachunterricht" und "Sprachbildung" in Umlauf kamen und dafür eigene Professuren ausgeschrieben und eigene Abteilungen an Kultusministerien eingerichtet wurden, hatte ich bereits diese Konzepte in der Praxis mit unterschiedlichen Zielgruppen erfolgreich umgesetzt.  

Ich befasse mich daher heute auch mit den Themen, die über die durchgängige Sprachbildung und über die sprachsensible Vermittlung eines Sachfachs hinausgehen, wie z. B. der Mehrsprachigkeit an Schulen und der mündlichen und schriftlichen Argumentationskompetenz, der Nutzung der (kontrastiven) Linguistik für den Sprachunterricht sowie mit Phänomenen wie Codeswitching an Schulen der Migrationsgesellschaft und dem Umgang mit der vielfältigen Heterogenität. 


Zu meinen langjährigen Zielgruppen auf diesem Gebiet gehören z. B.: 

1.  Angehende Deutschlehrer_innen für die Grundschule (Training)

2. Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungshintergrund (Sekundarstufe I und II).

3. Jugendliche Asylbewerber_innen, die sich auf  Regelschule in Deutschland vorbereiten. 

4. Erwachsene Integrationskurs-Teilnehmende (z. B. homogene Klassen mit Ex-Polizisten aus Afghanistan).

5. Angehende Fachärzte, die sich auf eine Facharztausbildung in Deutschland vorbereiten. (Allgemein- und Fachsprache)

6. Angehende Ingenieure (Allgemein- und Fachsprache). 

7. Angehende Studierende, die sich auf eine DSH-Prüfung vorbereiten. 

8. Anwärter_innen auf die die deutsche Staatsangehörigkeit im Auftrag des Bundesinnenministeriums (Akkulturation). 


Meine Forschung auf diesem Gebiet befasst sich momentan vorrangig mit folgenden Themen: 


  • Sprachsensiblem Fachunterricht/ kultursensiblem Sprachunterricht
  • Lexik- und Grammatikerwerb im Grundschulalter und an weiterführenden Schulen
  • Sprachstandeserhebung, durchgängiger Sprachbildung und Sprachförderung.
  • Migranten-Deutsch..
  • Heterogenität und Migration im Sprachunterricht.
  • (Kontrastiver) Linguistik im DaF- und DaZ-Unterricht.
  • Argumentationskompetenz im DaF- und DaZ-Unterricht.
  • Empirischer      Lernsprachenforschung Deutsch als Fremd- und Zweitsprache.
  • Neuen Technologien im Spracherwerbsprozess/ Lerner-Autonomie.
  • Innerem und zwischensprachlichem Code-Swichting.
  • Motivation und Korrekturverhaltensmuster im DaF- und DaZ-Unterricht.

Position: 

Bezüglich der Wahrung der Mehrsprachigkeit und der Würdigung der Herkunftssprache (L1) im schulischen und hochschulischen Kontext teile ich die bereits bekannte Position meines Kollegen Jim Cummins uneingeschränkt. 

Deutschland braucht in der globalisierten Welt aus sehr vielen Gründen dringend eine "bewusste durchgängige Mehrsprachigkeit". Die Innovation auf diesem Gebiet ist lange noch nicht erschöpft.